Gegen Rechtsextremismus, nationale Kollektive und die Kriminalisierung antifaschistischen Protests!

Für diesen Freitag, 28.01.2011 um 17 Uhr, wurde vom Antinationalen Bündnis Wien (AnBW) am Praterstern eine Demonstration zum WKR-Ball angekündigt. Diese Demonstration wurde ordnungsgemäß angemeldet und mit fadenscheinigen Argumenten bei einem heutigen Polizeitribunal untersagt. Für uns ist aber eines klar: antifaschistischer Protest lässt sich nicht verhindern! Aus diesem Grund gehen wir heute auf die Straße, um gegen die Verhinderung und Kriminalisierung antifaschistischer Proteste zu demonstrieren. Es kann nicht sein, dass Burschenschafter und andere RechtsexremistInnen un- gehindert in der Hofburg ihr Tanzbein schwingen, während der Protest dagegen verhindert wird.

Die zwanzig Burschenschaften des WKR haben sich in der Vergangenheit stets darum bemüht eine Scharnierfunktion zwischen FPÖ und offenem Neonazismus einzunehmen. Äußerungen und Einladungen, so an die Öffentlichkeit gedrungen, basierten immer auf antisemitischen, rassistischen und NS-verharmlosenden Ideologiefragmenten. Nicht weniger ekelhaft ist ihre Männerbündelei und ihr sexistisches Gesellschaftsbild. Frauen ist grundsätzlich der Beitritt zu den Verbindungen verboten, als Begleitung wird ihnen ein sexistisches Rollenbild zugeschrieben. In den letzten Jahren avancierte das burschenschaftliche Tanzevent zu einem Vernetzungstreffen der europäischen Rechten.

Unsere Protest richtet sich aber keineswegs nur gegen die Burschis – die mit ihrem rassistischen, sexistischen, antisemitischen und homophoben Weltbild nicht allzuweit abseits der bürgerlichen Gesellschaft zu verorten sind – sondern gegen gerade diese Normalität, welche Burschenschafter erst hervorbringt. Denn diese knüpfen nur an Ressentiments an, die in der Gesellschaft schon verankert sind. Abschiebungen „überflüssiger“ MigrantInnen und Repression gegen linke Strukturen sind genauso Teil dieser Normalität wie der kapitalistische Verwertungs-, Arbeits- und Leistungszwang, und der Zwang sich dem nationalen Gemeinwohl unterzuordnen. Der völkische Nationalismus der Burschis unterscheidet sich nur graduell, nicht prinzipiell von denen der Staats-bürgerInnen. Jede Nation ist ohne den Ausschluss “der Anderen” nicht zu haben. Hier zeigt sich wieder einmal der Mangel jeder antifaschistischen Theorie und Praxis, die sich nur auf Nazis konzentriert, nichts über den österreichischen Normalzustand zu sagen hat und somit vergisst, dass Nazis nicht einfach vom Himmel fallen.

Angesichts der Eskalationsstrategie der Polizei rufen wir die rot-grüne Stadtregierung auf, sich von den GewaltäterInnen der Exekutive zu distanzieren.

Gegen die Kriminalisierung antifaschistischer Proteste!
Gegen Österreich und seine Fans!
Für die soziale Revolution!